Der Kasperl spricht bairisch!

Wir sind Mitglied im verband Bayerischer Amateurtheater e. V.

Was hat die Geschichte des Puppentheaters mit dem Chiemsee Kasperl zu tun:

Der Kasperl spricht bairisch beim Chiemsee Kasperltheater: „Seid Ihr alle da?“ Diese legendäre Frage aus dem Kasperltheater kennen schon Generationen von Kindern. Es gibt viele Geschichten aus der Geschichte um den Kasperl, oder „Kaschberle“ wie er im Schwäbischen genannt wird. Dann gibt es noch den Kasper, wie er oberhalb des Weißwurstäquators heißt. Der „Harzkasper“ hat dagegen nichts mit der Geschichte des Puppenspiels zu tun: „Ein Harzkasper ist ein Bewohner der neuen Bundesländer, der sich nicht gerade angepasst benimmt, also herumkaspert“ (Quelle: https://www.mundmische.de/bedeutung/36813-Harzkasper).

Die „Schlacht von Aidenbach“ im Jahre 1706 mit insgesamt 3.000 bayerische Aufständischen gegen die Truppen von Kaiser Joseph I am Rande des spanischen Erbfolgekrieges war der erste Aufstand der Bayern gegen die kaiserliche Besatzung.

Josef Anton Stranitzky, ein Schauspieler aus Graz war es auch, der im selben Jahr1706 zum ersten Mal mit dem Hans-Wurst, einem Salzburger Bauern in Wien auftrat. 8 Jahre später durfte er sogar vor dem österreichischen Kaiserpaar auftreten. Die Bezeichnung Kasperl wurde erstmals im Leopoldstätter Theater Wien geprägt. Hier trat Johann Josef La Roche als „Lumpenhändler“ so erfolgreich auf, dass das Leopoldstädter Theater fortan Kasperltheater genannt wurde. Das Geldstück, mit dem der Eintritt bezahlt wurde, hieß im Volksmund fortan „Kasperltaler“.

Schon beim legendären Wiener Prater gehörte das Kasperltheater oder Wursteltheater, ein Puppenspiel mit Kasperl als komischer Hauptfigur, zu den Hauptattraktionen.

Das Kasperltheater gab dem Wiener Prater sogar seinen ersten Namen: „Wurstel-Prater“ (https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wurstelprater)

Im süddeutschen Raum erinnern sich noch viele „große Kinder“ an das legendäre Kasperltheater im Österreichischen Fernsehen:

ORF, Kennwort Kasperl Post, 1136 Wien – an dieser Adresse schreiben die Kinder noch heute ihre Kasperlpost. Seit 1957 war der Mittwochnachmittag nicht nur für die kleinen Kinder „heilig“. Drei verschiedene Puppenbühnen teilten sich den Sendeplatz: Wer erinnert sich nicht an Kasperl und Pezi, an Kasperl und Strolchi oder an das berühmte Urania-Puppentheater, zuletzt durch die Übernahme durch André Heller Schlagzeilen machte?

„Servus Kasperl “ kommt bis heute noch jeden Samstag und Sonntag um 07:30 Uhr in ORF eins und ist auch in der Mediathek abrufbar.

Das-Chiemsee-Kasperltheater-besteht-aus-Denise-Stephan-und-Kathy
Das-Chiemsee-Kasperltheater-besteht-aus-Denise-Stephan-und-Kathy

Das Chiemsee Kasperltheater gibt es bereits in der zweiten Generation:

Denise, die heute 9jährige Tochter von Oberkasperl Stephan Mikat (57) war „Schuld“ daran, sich der frühere Radiomoderator und seine Partnerin Kathy Puchalla einen lang gehegten Kindheitstraum erfüllten. Den ersten Auftritt hatten die Beiden zum 6. Geburtstag der kleinen Denise. Dann folgten weitere Vorstellungen in ihrem Kindergarten und plötzlich war das „ Chiemsee Kasperltheater “ geboren.

Die Bayrische Kasperltour reist im ganzen bayerischen Raum durch Kindergärten, Grundschulen, Pfarrheime und Stadthallen.

Stephan Mikat ist es  wichtig, dass die Aufführungen authentisch sind und in die Region passen. „Bei uns spricht der Kasperl bairisch. Schließlich wohne ich im Chiemgau und bin dort aufgewachsen und spreche auch so, wie mir der Schnabel gewachsen ist.

Jeder im Team hat seine eigene Aufgabe. Kathy Puchalla ist die Künstlerin. Sie malt die Kulissen, kümmert sich um die Grafik und sorgt für die musikalischen Einlagen. Sogar die Plakatvorlage hat sie selbst gemalt. Denise (9 Jahre) ist in ihren jungen Jahren Ratgeberin (schließlich ist sie seit 9 Jahren gelernte Puppenspielerin) und übernimmt abwechselnd kleine Rollen im Kasperltheater, sitzt aber auch liebend gerne im Zuschauerraum und gibt Tipps aus Sicht der Zielgruppe.

Die Vorstellungen sind absolut gewaltfrei und auch für kleine Kinder (in Begleitung Erwachsener) geeignet.

Die „Klatsche“ die die älteren Kasperlfreunde noch kennen, ist längst ausrangiert und beim Chiemsee Kasperltheater gibt es auch kein Krokodil, das eine „aufs Maul“ bekommt. „Gut und böse“ werden kindgerecht erklärt, selbst der Zauberer, die Hexe und der Räuber sind eher „schrullige“ als böse Zeitgenossen. Sogar der Teufel wurde im Fundus ganz tief vergraben und hat bis heute noch keinen Einsatz beim Chiemsee Kasperltheater bekommen.

Die „Guten“ sind neben dem Hauptakteur Kasperl, seine Freunde Gretel und Sepperl, die Großmutter – auch genannt „Kasperl-Oma“, der König, die Prinzessin und der verschlafene Wachtmeister Schnarchmeister.